Das Leben ist ein Rätsel

Es fehlt zwar noch eine Menge zu Kyoto aber das ist etwas über das ich gerade unbedingt schreiben will.

Mir ist in der Zwischenzeit sehr viel über die Japanische Sprache, im Kontrast zu Europäischen, aufgefallen. Die Wortarten funktionieren im Japanischen anders als im Deutschen, was es schwererer macht sie richtig zu benutzen.

1. Nomen

Nomen sind Nomen, sie funktionieren im Grunde ähnlich wie wir es kennen, außer dass es keinerlei Artikel gibt weder bestimmt, noch unbestimmt. Noch gibt es Mehrzahl oder Einzahl. Allerdings kann man oft sehr schnell und einfach aus einem Nomen ein Verb machen in dem man „wo shimasu“ dran hängt. Also schauen wir uns mal die Wortgruppen genauer an:

2. Adjektive.

Hier wird es schon komplexer, denn es gibt zwei Arten von Adjektiven die anders funktionieren. Allgemein kann man Adjektive nicht wie im Deutschen steigern. Es gibt also nicht „kalt – kälter – am kältesten“. Es ist mehr wie manchmal im englisch „more …“ und „most…“ ausgedrückt durch „motto“ (mehr) und „ichiban“ (am meisten).

Also zu den zwei Arten:

a. I-Adjektive

sind Adjektive die mir einem i aufhören. Etwas „kurai“ (dunkel), samui (kalt) oder tsumaranai (langweilig). Man kann sie quasi wie Verben benutzen, was mich immer irritiert. In der Höflichen Form sagt man zwar „samui desu“ (desu = ist) aber in der Höflichkeitsleerenform geht auch einfach „samui“ und nicht etwa „samui da“ (da = Höflichkeitsleereform von desu). Außerdem werden sie konjugiert, es gibt eine Negativform „samukunai“ eine Vergangenheitsform „samukatta“ und eine Negative-Vergangenheit „samukunakatta“ und vielleicht noch mehr die ich nicht kenne…

Man sieht also, dass sie sehr aehnlich zu Verben funktionieren.

b. na-Adjektive.

sind Adjektive, die mit na enden, etwa „kireina“ (schoen) „genkina“ (gesund) oder „benrina“ (praktisch). Meiner Meinung nach funktionieren sie eher wie Adejektive, wie wir sie kennen. Man benoetigt immer ein Verb, also in der Höflichenform „kirei desu“ oder in der Hoeflichkeitsleerenform „kirei da“ „kirei deshita“ (deshit = war) „kirei janai desu“ (nicht schoen) und „kirei janai deshita“, by\zw mir „da“ in der informellen Sprache.

3. Verben.

Verben sind in drei Gruppen eingeteilt die alle anders konjugiert werden. Wobei wir hier nicht von konjugieren im deutschen Sinne reden. Es gibt kein „ich bin, du bist, er ist,…“ es ist immer „desu“ „watashi desu, anata desu, kare desu,…“ Es geht hier nur um Hoeflichkeuitsformen, verneinung, vergangenheit etc.

Die erste Gruppe sind Verben die in der masu-Form mir i enden. Ein Beispiel wären „kikimasu“ (fragen). Masu ist die Höflicheform von der Wörterbuchform. Diese Verben verlieren ihr „masu“ und der letzte Laut wir ein u also „kiku“ in der nai-Form (Verneinung) wird aus dem letzten Buchstaben ein a also „kikanai“ (ist höflichkeitsleer, höflich wäre aus masu masen zu machen) und in der te-form gibt es tausend unterschiedliche Regeln da wird die Gruppe in drei Gruppen unterteilt und so sehr will ich nichts ins Detail gehen. „kiku“ wird in dem Fall zu „Kiite“

die zweite Gruppe sind Verben. die in der masu Form mit e enden, wobei es auch Ausnahmen gibt die mit i enden. Sie sind die einfachsten! „tabemasu“ etwa wird in der Grundform zu „taberu“ und in der te Form zu „tabente“. Ihr seht man muss nur das letzte Morphem austauschen und sonst nichts verändern.

Die dritte Gruppe sind die zwei Aussnahmen, die sich an keine Regeln halten „shimasu“ und „kimasu“ aber ich lasse die heute mal ein wenig außen vor.

Also gut, noch scheint alles ja mehr oder minder Sinn zu machen nicht wahr? Außer das Adjektive wie Verben funktionieren können ist alles mehr oder minder normal. Das ändert sich in der nai-Form denn dann begintn das Verb sich wie ein I-Adejektive zu verhalten! Die verneinte Vergangenheitsform ist etwa „tabenakatta“ und auch in einigen Nutzungen muss man umdenken, um das verneinte Verb korrekt wie ein I-Adjektiv zu benutzen. Das ist dann schon verwirrend und etwas gewöhnungsbedürftig.

Auch ist es rein Linguistisch gesehen nicht so einfach die Wortgruppe zu identifizieren wie unsere. Im Deutschen kann man eine Wortgruppe alleine daran identifizieren ob und wie dekliniert wird, doch das geht im japanischen nicht, oder zumindest anders. Wie das Beispiel der Adjektive zeigt, im Deutschen gilt dass alles was komparierbar ist ein Adjektiv ist, sprich man kann „schnell, schneller, am schnellste“ bilden, doch das geht nicht wirklich im Japanischen. Die Adjektive an sich sind nicht deklinierbar, sie benötigen zusätzliche Wörter um komparierbar zu werden.

Auch spannend ist, dass es nicht wirklich eine Zukunftsform gibt. Man kann ein Zeitwort benutzen, wie etwa „nächste Woche“ aber das Verb bleibt ein Verb der Gegenwart also z.b. „raishu (naechste Woche) watashi (ich) ha tesuto (test) ga arimasu (haben)“ Nächste „Woche habe ich einen Test“ gibt es bei uns ja auch aber im japanischen kann man nicht „Nächste Woche werde ich einen Test haben“ ausdrücken. Es gibt zwar eine Form wie „werden“ in dem man das Verb „narimasu“ verwendet, doch dies beschränkt sich auf die Veränderung eines Zustandes „Atsukunarimasu“ „es wird warm“.

Kein Wunder dass es uns schwer fällt diese Sprache zu lernen und auch andersherum!

Es gibt noch viel mehr Unterschiede, aber das soll fürs erste reichen.

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